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Freiberg, 15.06.2012

Innovationsforum Geobiotechnologie stärkt den Biotechnologie-Standort Dresden-Freiberg

Der Freiberger Städtische Festsaal bot das passende Ambiente für den Höhepunkt des Innovationsforums Geobiotechnologie, im Zuge dessen sich die Mitglieder des Netzwerkes fachlich vertieften und im Bundesgebiet sowie europäischen Ausland bis China vernetzen konnten. Mit der Einrichtung eines Arbeitskreises Geobiotechnologie bei der DECHEMA in Frankfurt konnte diese montanwissenschaftlich ausgerichtete Sparte der Biotechnologie auch in avancierten bundesdeutschen Netzwerken etabliert werden. Der erste Tag fand seinen Ausklang bei einer Befahrung des Lehr- und Besucherbergwerks Reiche Zeche, wo sich die Teilnehmer mit der Forschung und Entwicklung untertage auseinandersetzten und damit den Wissenschaftsraum Freiberg auch in der Tiefe erkunden konnten.

Tags darauf führte eine Exkursion zum Standort Senftenberg des GKZ-Mitgliedes  Gesellschaft für Montan und Bautechnik mbH (GMB), einem Tochterunternehmen von Vattenfall Europe Mining & Generation. Das dort umgesetzte Großforschungsprojekt hat die Identifikation von Algenarten zum Ziel, die das CO2 aus dem mit Braunkohlenstaub gefeuerten Heizkraftwerk am besten verdauen, sich am rasantesten vermehren und so die höchsten Erträge bringen.

Darüber hinaus geht es aber auch darum, den Energie und Wasserverbrauch des Systems zu beobachten sowie eine CO2- Bilanz aufzustellen und so den konkreten wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen der Algenzucht zu  ermitteln. Hierbei stehen praktische Erkenntnisse über die Erzeugung der Algen im Vordergrund. Eine Herausforderung für die weitere Forschung ist der Einsatz von Biomasse aus Mikroalgen über die bekannten Nutzungsmöglichkeiten hinaus.  Die Anlage ist ein Pilotprojekt und zukunftsträchtiger Ansatz zur CO2-Minimierung bei der Verstromung von Braunkohle. Gemeinsam mit der Verwertung der Braunkohlenasche – ebenfalls über mikrobiologische Verfahren – erführe die Verwendung von einheimischer Braunkohle einen interessanten Mehrwert und Beitrag zur aktiven Klima- und Rohstoffpolitik.